Als ich mein letztes EFT-Video auf YouTube hochgeladen habe, wurde mir ein Video angezeigt, in dem sich ein Mann darüber beschwert hat, dass Frauen in unserer Gesellschaft immer bevorzugt würden. Die Kommentare darunter lasen sich ungefähr so: „Frauen kriegen immer alles“, „Bei einer Scheidung kriegen Frauen immer die Kinder“, „Ich werde immer nur von Frauen ausgenommen“, usw.
Genauso oft höre ich es auch von Frauen: „Männer haben es viel leichter“, „Männer werden aus Prinzip besser bezahlt“, „Ich muss viel härter arbeiten, um die gleiche Anerkennung zu bekommen wie ein Mann“, usw.
Gejammer und Opfermodus hoch 10 – auf beiden Seiten. Ja, unsere Gesellschaft ist im Arsch – keine Frage. Aber bringt es uns wirklich weiter, wenn wir anklagend mit dem Finger aufeinander zeigen? Wenn wir versuchen, uns gegenseitig zu übertrumpfen, wer denn nun „ärmer“ dran ist?
Ich glaube nicht.
Meiner Meinung nach ändert sich so auch nichts, außer, dass die Trennung, die sich seit Jahrzehnten aufbaut, noch gefördert wird. Männer gegen Frauen. Frauen gegen Männer. Was geht dabei flöten? Gegenseitiger Respekt und Anerkennung auf jeden Fall. Und ja, auch die Anziehung. Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass immer mehr Ehen in Scheidungen enden oder Beziehungen grundsätzlich immer kürzer dauern.
Wie aber kann sich nun etwas ändern?
Wir dürfen (wieder) anerkennen, wer und was wir sind und auch, dass wir uns gegenseitig brauchen. Männer und Frauen sind nicht gleich und werden es auch nie sein – schon rein aus biologischer Sicht. Müssen sie übrigens auch nicht!
Denn dafür ergänzen wir uns perfekt – ist die Natur genial, oder nicht?!
Wenn man mal aus einer anderen Perspektive auf das ganze schaut, nämlich aus der Perspektive der Energie, wird es noch einfacher. In jedem von uns steckt sowohl männliche Energie als auch weibliche Energie, wobei eine davon jeweils stärker ausgeprägt ist. Meine Kernenergie z.B. ist weiblich, trotzdem habe ich einen großen Anteil männliche Energie in mir.

Weibliche Energie wird in der chinesischen Philosophie, vor allem im Taoismus auch Yin-Energie genannt, männliche Energie Yang-Energie. Jede dieser Energien hat ihre eigenen Qualitäten, die auf ihre Art und Weise wichtig sind. Diese Energien scheinen sich erstmal entgegenzustehen, doch bei genauerer Betrachtung wird klar, dass sie sich nicht bekämpfen, sondern ergänzen. Das wird durch das Yin/Yang-Zeichen bildlich verdeutlicht.
Das bedeutet, wenn wir endlich aufhören, uns gegenseitig zu verurteilen und mit dem Finger aufeinander zu zeigen und uns stattdessen auf unsere jeweiligen Stärken besinnen, auf das, was wir in unserer Einzigartigkeit, aber auch im Kollektiv zu geben haben, dann kann wirklich nachhaltige Veränderung geschehen in unserer Gesellschaft.
Frauen brauchen Männer und Männer brauchen Frauen. Nicht auf eine bedürftige Art und Weise, sondern als harmonische Ergänzung. Yin und Yang. Weibliche und männliche Energie in Balance.
Also lasst uns aufhören, mit dem Finger aufeinander zu zeigen. Lasst uns unsere Unterschiede feiern. Lasst uns aufeinanderzugehen. Ohne Verurteilung, ohne Bewertung. Lasst uns uns gegenseitig unterstützen und so wirklich wirklich etwas voranbringen.